Barockwunder Brandenburgs nennt man die 1268 vom meißischen Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gegründete und später barockisierte Klosteranlage in Neuzelle. Aber ein Wunder ist das nördlichste Zeugnis süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa nicht. Die Zugehörigkeit Neuzelles zur Niederlausitz und damit zu den Königreichen Böhmen und Sachsen führte im 17. und 18. Jahrhundert zur barocken Überarbeitung der Anlage.
Heute präsentiert sich die Klosteranlage nach umfangreichen Baumaßnahmen in neuem, altem Glanz. Sie gilt heute als eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen Deutschlands und Europas. Neben den beiden Barockkirchen und dem spätgotischen Kreuzgang ist der wiederhergestellte barocke Klostergarten ein besonderer Anziehungspunkt.
In den Sommermonaten bietet die Stiftung Stift Neuzelle ein vielfältiges Kulturprogramm mit Konzerten und Ausstellungen an. Das Musiktheaterfestival Oper Oder-Spree zählt zu den Höhepunkten im Brandenburger Kultursommer.
Außerhalb der Klostermauern befindet sich die Klosterbrauerei. Bier war das tägliche Getränk der Mönche. Deshalb ist ein Zisterzienserkloster ohne Brauhaus undenkbar. Eine Urkunde aus dem Jahre 1335 enthält Informationen über den Hopfenanbau und lässt vermuten, dass die Mönche unmittelbar nach der Klostergündung Bier brauten. 1589 erhielt die Klosterbrauerei Neuzelle die Braurechte. Das Bier konnte an umliegende Ortschaften verkauft werden und wurde zu einer wichtigen wirtschaftlichen Grundlage für das Kloster.
Das alte Brauhaus befand sich bis zum großen Brand im Jahre 1892 nördlich der Klosterkirche. 1903 wurde sie an ihrem jetzigen Standort wieder aufgebaut.
Heute ist sie die einzige noch produzierende Klosterbrauerei im Land Brandenburg, wo noch nach alter handwerklicher Tradition Bier gebraut wird. Während einer Führung durch das historische Braugebäude kann der Besucher dem Brauer über die Schulter schauen und mehr über das edle Getränk erfahren.
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